Zecken: Hund und Katze richtig behandeln
Wer Haustiere hat, weiß es nur zu gut: Zecken haben wieder Hochsaison. Da sie für den Menschen gefährliche Krankheiten übertragen können, ist es wichtig, die Parasiten auch vom eigenen Vierbeiner fernzuhalten. Das Angebot der Anti-Zecken-Mittel für Katzen ist überschaubar. Für Hunde gibt es mehr Auswahl. Besonders wichtig ist es, die Produkte nicht zu verwechseln.
Erhöhte Infektionsgefahr für Tierhalter
Studien haben gezeigt, dass Menschen, die mit Katzen in einem Haushalt leben, ein signifikant höheres Risiko für eine Borreliose-Infektion haben, als Personen ohne engen Katzenkontakt. Zecken – besonders in Risikogebieten – können außerdem das Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Virus übertragen. Bei etwa jeder dritten infizierten Person wird dadurch eine Frühsommer-Meningoenzephalitis ausgelöst. Grundsätzlich empfiehlt es sich daher, das Fell von Katzen und Hunden nach dem Frei- beziehungsweise Spaziergang auf lästige Blutsauger abzusuchen und diese gegebenenfalls zu entfernen. Hat sich ein Parasit bereits festgesaugt, eignet sich zur Entfernung ein spezieller Zeckenhaken, eine Zeckenkarte oder -pinzette.
Mittel gegen Zecken bei Hund und Katze: Darreichungsformen
Wirksame Mittel gegen Zecken gibt es in Form von Sprays, Spot-On-Präparaten, Halsbändern und Kautabletten. Sprays werden auf dem gesamten Fell, Spot-On-Ampullen zwischen den Schulterblättern des Tieres aufgetragen. Bei der Verwendung von Halsbändern sollte immer darauf hingewiesen werden, dass insbesondere bei Freigänger-Katzen, aber auch beispielsweise bei Jagdhunden eine Strangulations- und Verletzungsgefahr besteht. Bei allen Präparaten müssen bei der Abgabe das Alter und das Gewicht des Tieres sowie das Behandlungsintervall beachtet werden.
Vorsicht bei der Auswahl
Es gibt Wirkstoffe, die sowohl für Hunde als auch für Katzen geeignet sind. Meist haben sie eine kombinierte Wirkung gegen Zecken und Flöhe. Fipronil ist der am häufigsten enthaltene Wirkstoff. Er wirkt ausschließlich abtötend und hat keinen repellierenden Effekt. Im Fell krabbelnde Zecken können damit also nicht verhindert werden.
Für Hunde stehen zudem Wirkstoffe wie Permethrin aus der Gruppe der Pyrethroide zur Verfügung. Diese wirken anders als Fipronil auch repellierend und sind diesem damit überlegen.
CAVE
Parasitenmittel sollten in Haushalten mit Hund UND Katze strikt getrennt voneinander aufbewahrt werden, um eine Verwechslung zu verhindern. Für Katzen sind Präparate aus der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide giftig. Eine Verabreichung kann mit ernsthaften Folgeschäden oder gar tödlich für das Tier enden. Im Idealfall empfiehlt man Besitzern, bei denen sowohl Hund als auch Katze im Haushalt leben, ein Mittel gegen Zecken, welches für beide Tiere gut verträglich ist. Denn auch durch gegenseitige Fellpflege, Kuscheln oder Raufen kann das Gift übertragen werden.
Für beide Tierarten gibt es zudem verschreibungspflichtige Präparate meist in Kombination mit weiteren Wirkstoffen.
Vorsicht bei „natürlichen Alternativen“
Natürliche Mittel wie beispielsweise ätherische Öle, Knoblauch, Zwiebel, Bernstein- oder Ultraschallketten sind nicht zu empfehlen. Neben einem oftmals fehlenden Wirknachweis bergen sie unter anderem eine Vergiftungsgefahr für die Vierbeiner.
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