Vorsicht bei MCP und Malaria-Medikament
Der Herbst ist da und schon bald steht der Winter vor der Tür. Genau die richtige Zeit, dem Grau zu entfliehen und in fernen Ländern den Sommer zu verlängern und Sonne zu tanken. Im Gepäck haben Reisende mitunter ein Malaria-Medikament und etwas gegen Übelkeit. Ist Metoclopramid (MCP) verordnet, ist deine Beratung gefragt.
Übelkeit ist auf Reisen keine Seltenheit. Neben verschiedenen Arzneimitteln im Rahmen der Selbstmedikation gehört MCP zu den Klassikern unter den verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.
MCP zählt zu den Prokinetika und regt im oberen Verdauungstrakt die Darmbewegung an. Die verbesserte Peristaltik führt zu einer schnelleren Magenentleerung. Der Wirkstoff kommt bei Motilitätsstörungen, Übelkeit und Erbrechen zum Einsatz. MCP kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und zu Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Angst führen. Durchfälle können ebenfalls als unerwünschte Wirkung auftreten.
Die Kombi aus Atovaquon und Proguanilhydrochlorid wird zur Prophylaxe und Therapie der akuten und unkomplizierten Malaria tropica eingesetzt. Die Prophylaxe startet 24 oder 48 Stunden vor der Einreise in das Malaria-Gebiet. Während des gesamten Aufenthalts und sieben Tage darüber hinaus werden die Tabletten angewendet. Die Einnahme erfolgt einmal täglich, zur gleichen Zeit, mit einer Mahlzeit oder einem Milchgetränk, um die Resorption sicherzustellen: Atovaquon ist ein lipophiler Wirkstoff mit einer geringen Löslichkeit in Wasser. Die schnelle und vollständige Aufnahme von Proguanil ist hingegen nicht Nahrungsmittel-abhängig. Kommt es innerhalb einer Stunde nach der Einnahme zum Erbrechen, sollte eine weitere Tablette geschluckt werden. Tritt Durchfall auf, sollte die Einnahme entsprechend der normalen Dosierung fortgeführt werden.
Die häufigsten Nebenwirkungen während der Prophylaxe können Kopfschmerzen, Abdominalschmerzen und Durchfall sein. Auch über Schwindel wurde gelegentlich berichtet.
Dient das Arzneimittel als Stand-By-Therapie, sollten Erwachsene im Akutfall vier Tabletten als Einzeldosis an drei aufeinander folgenden Tagen einnehmen. Nebenwirkungen können Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Abdominal- und Kopfschmerzen oder Husten sein.
Atovaquon wirkt antiparasitär und dient der Therapie gegen Protozoen. Der Wirkstoff hemmt den mitochondrialen Elektronentransport und blockiert dadurch die Synthese von ATP und Nukleinsäure des Krankheitserregers.
Proguanil ist ein Prodrug und wird in der Leber in den aktiven Metaboliten Cycloguanil umgewandelt. Die Wirkform hemmt das Enzym Dihydrofolatreduktase und ist somit ebenfalls antiparasitär.
MCP und Malaria-Medikament: Das Problem
Die Kombi beider Präparate kann zu einer signifikant verminderten Reduktion der Plasmakonzentration von Atovaquon führen. Der Abfall kann etwa 50 Prozent betragen. Der genaue Mechanismus ist nicht bekannt.
Die Alternative
Eine Kombi aus Malaria-Medikament und MCP ist zu vermeiden. Es sollte auf alternative Wirkstoffe umgestellt werden. Alternativen sind Ingwer, ein Akupressurband oder pflanzliche Tropfen sowie Dimenhydrinat.
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