Erhöhtes Sterberisiko bei Mangel an Vitamin D
Besser zu wenig, als zu viel? Über Vitamin D beziehungsweise die Supplementierung des Sonnenvitamins wird immer wieder diskutiert. Doch nicht nur eine Überdosierung kann Folgen für die Gesundheit haben. Demnach kann ein Vitamin D-Mangel ein erhöhtes Sterberisiko bedeuten.
Vitamin D gilt als unverzichtbar für den menschlichen Körper und trägt nicht nur zu starken, gesunden Knochen bei, sondern ist auch an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Kein Wunder, dass ein Mangel des Sonnenvitamins Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Unter anderem steigt die Gefahr für Osteoporose und Co. Doch damit nicht genug. Denn ein Vitamin D-Mangel, genau zu wenig Vitamin D3, kann auch mit einem generell erhöhten Sterberisiko verbunden sein. Das haben Forschende herausgefunden.
Vitamin D steht für die Gruppe der fettlöslichen Calciferole. Zu den wichtigsten Vertretern gehört dabei Vitamin D3 (Colecalciferol), das in der Haut bei Sonnenbestrahlung gebildet wird. Etwa 80 bis 90 Prozent können in der Regel über die körpereigene Bildung abgedeckt werden. Gespeichert werden kann das Sonnenvitamin im Fett- und Muskelgewebe des Körpers.
Die Studie
Die optimale Versorgung mit Vitamin D liegt bei Serumkonzentrationen von 25(OH)D über 30 ng/ml, wobei bei mehr als 50 ng/ml bereits von einer Überversorgung die Rede ist, wodurch die Gefahr für negative Folgen wie eine Hyperkalzämie steigt. Fällt der Vitamin D-Spiegel leicht unter die 30 ng/ml-Marke, wird von einer nicht mehr optimalen Versorgung gesprochen. Als Vitamin D-Mangel werden dagegen Werte unter 20 ng/ml eingestuft. Dies kann Erkrankungen wie Rachitis, Osteomalzie oder Osteoporose nach sich ziehen. So weit, so bekannt.
In einer Studie konnten Forschende jedoch bereits vor einiger Zeit belegen, dass ein Mangel nicht nur mit einer höheren Gefahr für entsprechende Krankheiten verbunden ist, sondern auch das allgemeine Sterberisiko unter einem Vitamin D3-Mangel erhöht ist. Dafür hat ein Team des South Australian Health and Medical Research Institute in Adelaide (Australien) eine genetische Datenanalyse von mehr als 300.000 Patient:innen im Alter zwischen 37 und 73 Jahren durchgeführt. Konkret wurden anhand von Blutuntersuchungen insgesamt 35 genetische Risikofaktoren für einen Vitamin-D3-Mangel ermittelt.
Das Ergebnis: Erhöhtes Sterberisiko unter Vitamin D3-Mangel
Sowohl die Gesamtsterblichkeit als auch das Risiko, vorzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Atemwegserkrankungen zu sterben, war unter einem Mangel an Vitamin D3 erhöht. Dabei stieg die Gefahr schon ab Werten unter 50 nmol/l an 25(OH)D3. Lag der Serumwert unter 25 nmol/l, war das Sterberisiko um bis zu 25 Prozent erhöht, bei einem extremen Mangel – <10 nmol/l –stieg Wahrscheinlichkeit um das Sechsfache. „Bei 25(OH)D3-Spiegeln von über 50 nmol/l war kein Einfluss auf das Mortalitätsrisiko mehr erkennbar“, heißt es von den Forschenden.
Die Studie belegt ihnen zufolge „einen kausalen Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und Sterblichkeit“ und unterstreicht zugleich, wie wichtig die Behandlung eines „echten“ Vitamin D-Mangels mithilfe von entsprechenden Supplementen ist. Dabei gilt eine tägliche Aufnahme von 2.000 IE als geeignet und sicher, wie eine Studie zuletzt belegen konnte.
Übrigens: Vitamin D kann zwar weder vor Erkältungen noch vor einer Krebserkrankung schützen, allerdings die Krebssterblichkeit verringern.
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