Trichloressigsäure-Lösungen: Schutzbrille ist Pflicht
Vorsicht, ätzend: Bei der Herstellung von Trichloressigsäure-Lösungen in der Rezeptur lauern einige Stolperfallen. Und auch bei der Anwendung gibt es einiges zu beachten.
Trichloressigsäure gehört zu den Carbonsäuren und liegt bei Zimmertemperatur als farblose, leicht stechend riechende Kristalle vor. Die Säure ist leicht in Wasser und Ethanol-Wasser-Gemischen löslich und findet unter anderem in der Kosmetik bei chemischen Peelings Anwendung. In hochkonzentrierter Form kommt Trichloressigsäure außerdem in Lösungen zum Einsatz, die beispielsweise zur Entfernung von Warzen genutzt werden.
Trichloressigsäure-Lösungen: Vorsicht bei der Herstellung
Im DAC/NRF finden sich Rezepturvorschriften für standardisierte Lösungen mit Trichloressigsäure in verschiedenen Konzentrationen (10 %, 20 %, 35 % und 50 % sowie 850 mg/mL und 1000 mg/mL). Doch kommt der Wirkstoff in der Rezeptur zum Einsatz, ist Vorsicht geboten und es müssen geeignete Schutzmaßnahmen getroffen werden. Denn: Trichloressigsäure besitzt nicht nur keratolytische und eiweißfällende Eigenschaften, sondern ist auch stark ätzend.
Da Trichloressigsäure zudem korrosiv gegenüber Metallen wirkt, sind entsprechende Materialien bei der Herstellung tabu. Lediglich bei der Wägung kann ein Löffel oder Spatel aus Edelstahl genutzt werden, da es sich nur um einen kurzen Kontakt handelt, stellen die Expert:innen klar. Beim Mischen mit Wasser muss für das Rühren des Ansatzes ein Glasstab verwendet werden. Abzufüllen ist die fertige Lösung in eine möglichst standsichere Flasche aus Braunglas, Polyethylen oder Polypropylen.
Achtung: Da bei Glasflaschen Bruchgefahr besteht, ist die Abgabemenge auf 100 g zu begrenzen.
Schutzbrille bei der Anwendung nicht vergessen
Und auch im Umgang mit der fertigen Lösung heißt es wachsam sein. Der pH-Wert liegt meist im Bereich 0 – sprich im stark sauren Milieu – und ist saurer als Essig- oder Salicylsäure. So dürfen Trichloressigsäure-Lösungen nur von Ärzt:innen angewendet werden und müssen auf dem Gefäß einen Warnhinweis tragen: „Stark ätzend, nur mit Schutzbrille anwenden“.
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