Totimpfstoffe, Prämien und Co.: So könnten Ungeimpfte überzeugt werden
Impfen, impfen, impfen, heißt es aus der Politik und von Gesundheitsexpert:innen. Doch bei einigen Menschen überwiegt die Skepsis. Manche Ungeimpfte würden sich jedoch überzeugen lassen, zum Beispiel durch den richtigen Anreiz.
Die Viursvariante Omikron breitet sich aus und dürfte Expert:innen zufolge schon in Kürze auch hierzulande dominierend werden. Wie gut die Impfstoffe gegen die neue Mutation schützen, ist bisher noch nicht klar. Erste Daten der Hersteller Biontech und Moderna lassen allerdings vermuten, dass eine Booster-Dosis nach abgeschlossener Impfserie den Schutz verbessern kann. Doch ob Auffrischung oder erstes Impfschema – „Jede Impfung ist besser als keine Impfung“, erklärte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Professor Lothar Wieler, in dieser Woche. Nach wie vor ist allerdings rund ein Viertel der Bürger:innen nicht gegen Corona geimpft – noch nicht. Denn offenbar würden sich unter gewissen Voraussetzungen einige Ungeimpfte von der Impfung überzeugen lassen. Das ist das Ergebnis einer Befragung im Rahmen des Gesundheitsmonitors vom Bund der Arzneimittelhersteller (BAH).
Der Reihe nach. Noch vor kurzem zeigte eine Umfrage im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, dass viele Ungeimpfte kaum umzustimmen sind. Die Hintergründe sind dabei vielfältig und reichen von Zweifeln an der Erprobung und Sicherheit der Impfstoffe bis hin zum Wunsch, nach eigenem Ermessen zu handeln. Doch einige der Gründe gegen eine Impfung sind offenbar nicht endgültig und lassen „Spielraum für die Entscheidung ,pro Impfung‘“, zeigt die BAH-Befragung, die das Marktforschungsinstitut Nielsen IQ im Dezember durchgeführt hat. Zwar sagen auch darin 40 Prozent der nicht geimpften erwachsenen Teilnehmer:innen, dass sie sich unter keinen Umständen impfen lassen würden. Für sechs von zehn Ungeimpften und damit die Mehrheit braucht es jedoch offenbar nur den richtigen Anreiz.
Einer davon könnte beim Impfstoff liegen. So haben beispielsweise knapp 60 Prozent der Ungeimpften Vorbehalte gegen die bisher in der EU zugelassenen Impfstoffe. Die gute Nachricht: 30 Prozent geben an, sie würden auf einen Totimpfstoff warten und sich dann damit impfen lassen. Und das könnte schon bald so weit sein. Demnach könnte die Europäische Arzneimittelagentur EMA noch vor Weihnachten über die Zulassung für den ersten Totimpfstoff von Novavax entscheiden.
Darüber hinaus würde sich immerhin jede/r siebte Ungeimpfte (14 Prozent) durch eine Impfprämie von der Immunisierung überzeugen lassen. Und auch die Diskussion um die mögliche Einführung einer allgemeinen Impfpflicht macht sich bemerkbar. Ebenfalls 14 Prozent würden sich impfen lassen, wenn ihnen andernfalls eine Geldstrafe droht.
„Für das Ende der Pandemie müssen sich noch mehr Menschen impfen lassen. Dass dies gelingen kann, zeigt unsere Umfrage, denn die Mehrheit der Ungeimpften ist unter gewissen Umständen bereit zur Impfung“, schlussfolgert Dr. Hubertus Cranz, Hauptgeschäftsführer des BAH.
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