Statine können Diabetesrisiko erhöhen
Dass das Osteoporose-Risiko unter Statinen dosisabhängig zunehmen kann, haben Forschende bestätigt. Eine Metaanalyse zeigt nun, dass eine Statintherapie den Blutzuckerspiegel beeinflusst und das Diabetesrisiko erhöht sein kann.
Statine gehören zu den Mitteln der Wahl bei der Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse sowie zur Behandlung einer Hypercholesterinämie begleitend zu einer Diät, wenn eine Nahrungsumstellung allein nicht erfolgreich war. Die Wirkung beruht auf einer Hemmung der HMG-CoA-Reduktase. Das Enzym ist wichtig für die Cholesterinneusynthese. Statine wie Simvastatin, Lovastatin, Fluvastatin, Atorvastatin und Rosuvastatin unterdrücken diese, wodurch es zu einer verstärkten Aufnahme aus dem Blutplasma kommt. Der Low-Densitity Lipoprotein (LDL)-Cholesterinspiegel im Blut sinkt.
Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen zählen Beschwerden rund um die Muskeln, beispielsweise Myalgien, Myopathien und Rhabdomyolyse. Das Risiko ist dosisabhängig. Gleiches gilt auch für die Gefahr einer Osteoporose, die mit der Höhe der Dosierung der Statine zunimmt.
Erhöhtes Diabetesrisiko unter Statinen
Außerdem weisen Studien darauf hin, dass eine Statintherapie das Risiko für Diabetes-Typ-2 erhöhen kann. Eine Metaanalyse zeigt, dass unter Statinen der Blutzuckerspiegel steigt und damit das Diabetes-Risiko zunimmt.
Für die Analyse wurden Daten von rund 120.000 Personen aus 19 doppelblinden, randomisierten, kontrollierten Studien ausgewertet. Betrachtet wurden die Auswirkungen einer Statintherapie auf neu auftretenden Diabetes und auf die Verschlechterung des Blutzuckerspiegels bei Diabetiker:innen.
Das Ergebnis: Statine verursachen einen mäßigen dosisabhängigen Anstieg der Diabetes-Neudiagnosen, der mit einer geringfügigen Verschiebung des Blutzuckerspiegels nach oben einhergeht, wobei die Mehrzahl der Diabetes-Neudiagnosen bei Personen mit Ausgangsblutzuckermarkern auftritt, die nahe an der diagnostischen Schwelle für Diabetes liegen.
In Zahlen: Unter Statinen in geringer oder mittlerer Dosis war im Vergleich zu Placebo das relative Risiko für Typ-2-Diabetes rund 10 Prozent erhöht – hochdosiert sogar um 36 Prozent. Bestand bereits ein Diabetes, lag das relative Risiko einer Verschlechterung der Blutzuckerwerte bei 10 Prozent für niedrige und mittelhohe Dosierung und bei 24 Prozent während einer hochdosierten Therapie.
Nutzen überwiegt
Dennoch sollte die Statin-Behandlung nicht einfach beendet werden, da laut Forschenden die Gesamtreduktion des kardiovaskulären Risikos die negativen Effekte der geringen Blutzuckererhöhung überwiegt.
Bei Statinen an Q10 und Vitamin D denken
Weil Statine die Cholesterinsynthese hemmen, unterbinden sie auch die Produktion von Coenzym Q10, da Ausgangsstoffe für die Biosynthese des Coenzyms nicht in vollem Maß vorliegen. Genau geht es um Mevalonsäure. Ist Q10 nicht in ausreichendem Maß vorhanden, können Muskelschmerzen die Folge sein, denn Ubichinon-50 ist maßgeblich an der ATP-Synthese beteiligt. Eine Substitution von Coenzym Q10 kann Muskelschmerzen entgegenwirken.
Aber nicht nur Q10, sondern auch Vitamin D kann das Nebenwirkungspotential der Statine mindern. Allerdings fehlen bislang randomisierte, kontrollierte Doppelblind-Studien. Doch ein Vitamin D-Mangel kann Muskelschmerzen unter einer Statin-Therapie begünstigen und ein optimaler Spiegel die Beschwerden lindern. Warum?
Weil LDL ein Vitamin D-Transporter ist. Wird LDL gesenkt, kann auch der Vitamin D-Spiegel indirekt gesenkt werden. Außerdem werden einige Statine und Vitamin D über CYP3A4 metabolisiert.
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