Pille gegen Corona: Pfizer testet SARS-CoV-2-Medikament
Kleine Pille, große Wirkung: Nach dem ersten in der EU zugelassenen Corona-Impfstoff will Pfizer mit einer Pille gegen Corona nachlegen. Eine Studie prüft das Medikament zur Behandlung von SARS-CoV-2 bereits.
Impfen, impfen, impfen: Der Schutz vor einer Corona-Infektion hat aktuell oberste Priorität. Doch auch die Suche nach Therapiemöglichkeiten zur Behandlung einer Covid-19-Erkrankung läuft auf Hochtouren. Denn bisher konnten die zunächst vielversprechenden Medikamente wie die Kombination aus Chloroquin/Hydroxychloroquin oder Remdesivir nicht restlos überzeugen. Das Pharmaunternehmen Pfizer will nun Abhilfe schaffen. Nach der Mitentwicklung am Comirnaty-Impfstoff will der Hersteller nun eine Pille gegen Corona auf den Markt bringen. Eine erste Studie zu Sicherheit und Verträglichkeit läuft bereits.
Phase-I-Studie prüft Sicherheit und Verträglichkeit der Pille gegen Corona
Bei PF-07321332, wie das Medikament derzeit noch heißt, handelt es sich um einen Proteasehemmer, der oral eingenommen wird und eine antivirale Wirkung gegen SARS-CoV-2 aufweisen soll. Hierfür soll der Proteasehemmer an die viralen Enzyme (Proteasen) binden und verhindern, dass sich diese vermehren. Dieser Wirkmechanismus hätte sich laut Pfizer bereits bei der Behandlung anderer Viruserkrankungen wie HIV und Hepatitis-C bewährt. In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-I-Studie wird das Medikament aktuell an gesunden Erwachsenen auf Sicherheit und Verträglichkeit geprüft. Dazu bekommen die Teilnehmer:innen jeweils eine Einzel- oder Mehrfachdosis beziehungsweise ein Placebo.
Die Pille gegen Corona soll zu Beginn einer bestehenden Infektion zum Einsatz kommen und so einen schweren Krankheitsverlauf verhindern. „Wir haben PF-07321332 als potenzielle orale Therapie entwickelt, die bei den ersten Anzeichen einer Infektion verschrieben werden könnte, ohne dass die Patienten ins Krankenhaus oder auf die Intensivstation gebracht werden müssen“, heißt es vom Unternehmen. Das Medikament sei zwar speziell zur Behandlung von SARS-CoV-2-Infektionen entwickelt worden, zeige jedoch in vitro auch gegen andere Coronaviren eine hohe Wirksamkeit.
Neben der Pille gegen Corona hat das Unternehmen ein weiteres Medikament in Prüfung, das hospitalisierten Corona-Patient:innen intravenös verabreicht werden kann. „Zusammen haben beide das Potenzial, ein durchgängiges Behandlungsparadigma zu schaffen, das die Impfung in Fällen ergänzt, in denen die Krankheit noch auftritt“, so Dr. Mikael Dolsten, Forschungs- und Entwicklungschef bei Pfizer. Das Unternehmen plant mit einer Markteinführung im Herbst 2021.
Auch Pharmahersteller Roche und das US-Unternehmen Atea Pharmaceuticals arbeiten bereits seit Herbst 2020 an einem Corona-Medikament. Die entsprechende Pille ist ein sogenannter RNA-Polymerase-Hemmer und wird aktuell in Studien an Corona-Patient:innen getestet.
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