Minoxidil-haltiger Schaum: Herstellung in der Rezeptur möglich
Kund:innen, die unter Haarausfall leiden, stehen häufig unter einem großen Leidensdruck und wünschen sich ein gut verträglich Präparat. Eine Lösung kann hier ein Minoxidil-haltiger Schaum sein, der in der Rezeptur hergestellt wird.
Minoxidil: Als Antihypertensivum wurde der Wirkstoff ursprünglich zur Behandlung der Hypertonie entwickelt. Allerdings hat er, topisch appliziert, einen positiven Effekt auf das Haarwachstum bei erblich bedingtem Haarausfall. Vermutlich tritt die Wirkung von Minoxidil durch eine Erweiterung der Blutgefäße ein, die dazu führt, dass Nährstoffe besser zu den Haarwurzeln gelangen können. Zudem verändert sich der Haarzyklus. Während die Ruhephase (Telogen) des Haarwachstums verkürzt wird, verlängert sich die Wachstumsphase (Anagen). Bei äußerlicher Anwendung können Nebenwirkungen wie Juckreiz, Rötungen und ein brennendes Gefühl auftreten.
Minoxidil-haltiger Schaum aus der Rezeptur
Durch den Espumil Basis-Schaum von Fagron ist die Herstellung eines Minoxidil-haltigen Schaums in der Rezeptur problemlos möglich. Dies ist vor allem dann von Bedeutung, wenn Kund:innen die angebotenen Fertigarzneimittel nicht gut vertragen und deshalb nach einer adäquaten Alternative suchen. Da die Schaumgrundlage nur geringe Mengen Ethanol und Propylenglykol enthält, ist sie in der Regel nicht hautreizend. Die Verwendung der noch sensitiveren Schaumgrundlage TrichoConcept ist allerdings auch möglich. Die Verarbeitung von Minoxidil ist in beiden Grundlagen gleichermaßen gut möglich.
Der Minoxidil-haltige Schaum kann in verschiedenen Konzentrationen, von 2, 3, 4 oder 5 Prozent, patientenindividuell hergestellt werden. Es ist zu beachten, dass eine Einstellung des pH-Wertes ist bei den Konzentrationen von 2, 3 und 4 Prozent nötig ist.
Minoxidil-Schaum 2 Prozent:
- Minoxidil 4,0 g
- Triethanolamin nach Bedarf (etwa 12 Tropfen)
- Schaumgrundlage (Espumil oder TrichoFoam) ad 200,0 g
Minoxidil-Schaum 4 Prozent:
- Minoxidil 8,0 g
- Triethanolamin nach Bedarf (etwa 4 Tropfen)
- Schaumgrundlage (Espumil oder TrichoFoam) ad 200,0 g
Minoxidil-Schaum 5 Prozent:
- Minoxidil 10,0 g
- Schaumgrundlage (Espumil oder TrichoFoam) ad 200,0 g
Das fein gepulverte Minoxidil wird zuerst eingewogen. Im Anschluss daran werden 180 ml der Schaumgrundlage in ein Becherglas gegeben und das Minoxidil der Lösung hinzugefügt. Das Verrühren der beiden Substanzen kann mit einem Glasstab oder einem Magnetrührer erfolgen, wobei beachtet werden muss, dass bei zu starkem Rühren mit dem Glasstab eine Schaumbildung auftreten kann, die nicht erwünscht ist. Der fein gepulverte Wirkstoff muss vollständig gelöst sein. Der pH-Wert des Ansatzes sollte zwischen 4 und 5 liegen, weshalb Triethanolamin zur Korrektur des pH-Wertes hinzugegeben werden muss. Die Prüfung des pH-Wertes ist vor und nach der Zugabe des Stoffes durchzuführen. Im Messbecher wird der wirkstoffhaltige Ansatz mit der Schaumgrundlage bis auf die gewünschte Menge von 200 ml aufgefüllt und nochmals gut verrührt.
Abgefüllt wird die fertige Lösung in einen Schaumspender. Dieser gewährleistet die Bildung des Minoxidil-haltigen Schaums. Haltbar ist die fertige Zubereitung bei Raumtemperatur drei Monate.
Anwendung und Vorteile des Schaums
Ein Milliliter der Lösung entspricht zwei Pumpstößen des Schaumspenders. Bei der Dosierung ist es entweder möglich, zwei Mal täglich je zwei Pumpstöße oder ein Mal täglich vier Pumpstöße zu verwenden. Mehr als vier Pumpstöße, was einer Menge von vier Millilitern Minoxidil-haltiger Lösung entspricht, dürfen nicht angewandt werden. Der Schaum wird auf die trockene Haut aufgebracht und leicht einmassiert. Für eine ausreichende Wirkung sollte die Behandlungsdauer mindestens sechs Wochen betragen.
Durch die sanfte Massage nach dem Auftragen des Schaums zieht der Wirkstoff schnell in die Haut ein, ohne ein fettig wirkendes Hautgefühl zu hinterlassen. Ein punktuelles Auftragen des Minoxidil-haltigen Schaums ist durch die Konsistenz problemlos möglich. Zudem kann der Schaum, anders als die Minoxidil-Lösungen, bei der Anwendung auf der Kopfhaut nicht in die Augen laufen. Der pH-Wert von 4-5 ist zudem optimal auf die Haut abgestimmt, weshalb Irritationen vermieden werden können.
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