Methotrexat besser nicht mit Antibiotika?
Werden Patient:innen mit Methotrexat (MTX) behandelt, ist in Verbindung mit verschiedenen anderen Arzneimitteln Vorsicht geboten und deine Beratung gefragt, um Wechselwirkungen zu verhindern. Was gilt bei der Kombination aus MTX und Antibiotika?
MTX kommt unter anderem als Zytostatikum in der Krebsbehandlung zum Einsatz, aber auch bei rheumatoider Arthritis und Psoriasis. Doch der Wirkstoff ist mit Nebenwirkungen verbunden. Hinzukommen Wechselwirkungen mit verschiedenen Arzneimitteln. So ist beispielsweise die gleichzeitige Einnahme mit Acetylsalicylsäure (ASS) kontraindiziert. Und auch bei einigen Antibiotika sollte von der Kombi mit MTX abgesehen werden.
MTX besitzt entzündungshemmende, immunsuppressive und antineoplastische Eigenschaften. Die zytostatische Wirksamkeit beruht auf der kompetitiven Hemmung der Dihydrofolsäure-Reduktase, ein Enzym, das für die Synthese von Purinen aus Folsäure zuständig ist. Als Folge wird ebenfalls die Synthese von DNA und RNA gehemmt, was die Vermehrung von Tumorzellen verhindert.
MTX: Vorsicht in Kombination mit Antibiotika
Vorsicht ist beispielsweise bei der Kombination von MTX und Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline sowie der Sulfonamide geboten. Der Grund: Arzneimittel mit entsprechenden Wirkstoffen können die Bindung von MTX an Serumalbumin – ein spezielles Serumeiweiß – hemmen. Die Folgen: Die Bioverfügbarkeit von MTX steigt, es kommt zu einer indirekten Dosiserhöhung, die zugleich mit einem erhöhten Risiko für eine MTX-Toxizität verbunden ist, wie unter anderem aus den Fach- und Gebrauchsinformationen hervorgeht.
Tetracycline können außerdem die Aufnahme von Methotrexat über die Darmwand hemmen, indem sie die Darmflora und die Metabolisierung von MTX durch Bakterien beeinflussen und die hepatotoxische Eigenschaft des Wirkstoffs verstärken. Zudem ist die Kombination aus MTX und Cotrimoxazol tabu. Denn dabei droht das Risiko einer Panzytopenie, der schwersten Form der Knochenmarkinsuffizienz, die sich in einer Verminderung aller drei Blutzellreihen zeigt.
Hinzukommt, dass Sulfonamide, aber auch Penicilline, Glycopeptide, Ciprofloxacin und Cefalotin mitunter die renale Clearance von MTX verringern und somit das Risiko für Knochenmark- und Magen-Darm-Toxizität erhöhen sowie zu einer Wechselwirkung mit der Plasmaproteinbindung führen können. So wurden beispielsweise die Fach- und Gebrauchsinformationen für Amoxicillin-haltige Arzneimittel vor rund einem Jahr angepasst und um einen Hinweis ergänzt, der vor unerwünschten Reaktionen in Kombination mit MTX warnt.
Achtung: Auch wenn die Einnahme von MTX und Antibiotika nicht zeitgleich erfolgt, heißt es wachsam sein. Denn eine vorangegangene Behandlung mit bestimmten Wirkstoffen birgt weiterhin Risiken. Dazu gehören unter anderem Sulfonamide und Cotrimoxazol-haltige Arzneimittel, die die Blutbildung beeinflussen können.
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