Jede/r Zweite will Jobwechsel
Besseres Gehalt, flexiblere Arbeitszeiten, mehr Urlaub oder eine kürzere Entfernung zum Wohnort: Wer den Arbeitsplatz wechselt, hat dafür meist gute Gründe. Dabei steigt hierzulande der Wechselwunsch. Demnach will jede/r Zweite in naher Zukunft einen Jobwechsel.
PTA sind treu und bleiben laut einer aposcope-Befragung meist jahrelang in „ihrer“ Apotheke. Doch das geht längst nicht allen Angestellten hierzulande so. Im Gegenteil: Zahlreiche Beschäftigte wollen einen Jobwechsel, wie der Engagement Index Deutschland 2024 aktuell zeigt, für den das Beratungsunternehmen Gallup 1.700 Angestellte telefonisch interviewt hat. Danach gefragt, ob sie sich vorstellen können, in einem Jahr noch bei dem/der derzeitigen Arbeitgeber:in beschäftigt zu sein, antwortet nur jede/r Zweite mit Ja. Somit zieht rund die Hälfte der Angestellten in naher Zukunft einen Jobwechsel in Betracht. Mehr noch: In drei Jahren noch im selben Unternehmen tätig zu sein, hält nur jede/r Dritte für möglich/wünschenswert.
Kein Wunder, dass sich vielerorts Lustlosigkeit beziehungsweise Demotivation verbreitet. Zwar würden Vorgesetzte häufig versuchen, dies zu verhindern. Auf der anderen Seite die Motivation zu fördern, genieße jedoch oftmals keine Priorität. Die Folge: Knapp acht von zehn Beschäftigten geben an, lediglich „Dienst nach Vorschrift“ zu erledigen. Im Vorjahr waren es noch zwei Drittel. Umgerechnet in reale Zahlen bedeutet dies, dass rund zwei Millionen Angestellte weniger „mit Hand, Herz und Verstand“ bei der Arbeit waren. Und der Wunsch nach einem Jobwechsel sorgt außerdem für eine steigende Zahl an Krankentagen. Wechselwillige waren demnach im Schnitt rund acht Tage krank – drei Tage mehr als bei denjenigen, die ihrem Job treu bleiben wollen.
Trotz Zufriedenheit mit Gehalt: Wunsch nach Jobwechsel
Doch anders als meist erwartet ist ein zu geringes Gehalt offenbar nicht der Hauptgrund für den Wunsch nach einem Jobwechsel. So ist die Mehrheit der Befragten mit ihrem Lohn zufrieden. „Von meinem Standpunkt aus gesehen werde ich für die Arbeit, die ich leiste, angemessen bezahlt“, bestätigen zwei Drittel der Teilnehmenden.
Stattdessen fehlt oftmals das Vertrauen in die finanzielle Sicherheit des/der Arbeitgeber:in. Demnach glaubt nur rund ein Drittel der Angestellten ohne Zweifel an die finanzielle Zukunft des Betriebs. Und auch das Vertrauen in Vorgesetzte liegt nur bei 21 Prozent – im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 20 Prozentpunkte. „Die Daten deuten auf tiefe Skepsis und ein Empfinden von Entfremdung in weiten Teilen der Arbeitnehmerschaft hin“, heißt es von den Autor:innen.
Gereiztheit und Krankenstand steigen
Das bestätigt auch eine Befragung im Auftrag der der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, die ein ähnliches Ergebnis im Hinblick auf die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation des/der Arbeitgeber:in zeigt. Diese wird von einem Drittel mit weniger gut oder schlecht bewertet. Doch damit nicht genug, denn auch die „Stimmung“ am Arbeitsplatz ändert sich zum Negativen. Demnach berichten mehr als vier von zehn Angestellten über ein zunehmend gereiztes Arbeitsklima.
Ein möglicher Grund: Beschäftigte stehen vermehrt unter Zeitdruck, was wiederum vor allem auf den steigenden Personalmangel zurückzuführen ist, den viele als größte Herausforderung in ihrem Betrieb sehen. Dabei gaben vor allem Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen einen hohen Krankenstand als Ursache an.
Ob PTA zur Konkurrenzapotheke wechseln dürfen, erfährst du hier.
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