Gegen Mutationen: Moderna prüft Booster-Impfung
Mutationen wie B.1.1.7 machen hierzulande längst einen Großteil der Corona-Neuinfektionen aus. Doch wie wirksam sind die bisher zugelassenen Impfstoffe gegen sie? Schon seit Wochen stellt sich die Frage, ob mit der Weiterentwicklung von SARS-CoV-2 womöglich auch neue beziehungsweise abgewandelte Impfstoffe notwendig werden, ähnlich wie es bei der Grippeimpfung jede Saison der Fall ist. Genau dies wollte der Hersteller Moderna wissen und hat den Effekt einer Booster-Impfung gegen verschiedene Virusvarianten überprüft.
Um Menschen nicht nur einen möglichst hohen Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2, sondern auch vor seinen Mutationen zu bieten, hat der Hersteller Moderna eine Booster-Impfung entwickelt. Wie gut diese gegen die südafrikanische (B.1.351) und die brasilianische (P.1) Virusvariante wirkt und welche Unterschiede sich im Vergleich zur ursprünglichen Vakzine (mRNA-1273) ergeben, wird anhand von Personen, die bereits den Moderna-Impfstoff verimpft bekamen, überprüft. Dafür wurde je einem Teil der Proband:innen eine Auffrischungsimpfung mit der bisher zugelassen Vakzine oder eine Booster-Impfung mit der weiterentwickelten Impfstoff-Variante (mRNA-1273.351) verabreicht. Letztere basiert auf B.1.351 und enthält daher das Gen des modifizierten S-Proteins.
Auffrischungs- und Booster-Impfung schützen gegen Mutationen
Nun liegen erste vielversprechende Daten aus der Studie vor, heißt es vom Unternehmen. Demnach konnte vor der Gabe einer dritten Impfstoff-Dosis nur eine geringe Immunität gegen die neuen Virusvarianten festgestellt werden. Mit der Verabreichung der Auffrischungs- beziehungsweise Booster-Impfung wurde diese jedoch generell gesteigert. Dabei lag zwei Wochen nach der Gabe von mRNA-1273.351 eine höhere Anzahl an neutralisierenden Antikörpertitern gegen B.1.351 vor als nach einer Auffrischungsdosis des Ausgangsimpfstoffs. Letzterer zeigte dagegen etwas bessere Ergebnisse bei der Bildung von Antikörpern gegen P.1. Die Verträglichkeit der neuen Impfstoff-Variante sei ähnlich wie bei der Ausgangsvakzine, sodass nur selten leichte bis mittelschwere unerwünschte Nebenwirkungen auftraten. Die Ergebnisse beruhen auf laufenden Studiendaten und wurden zunächst als Preprint veröffentlicht, sodass sie noch weiter überprüft werden müssen. Das National Institute of Allergy and Infectious Diseases hat bereits eine weitere Phase-I-Studie zur Booster-Impfung eingeleitet.
Moderna will auch künftig weiter an neuen Impfstoff-Kandidaten arbeiten. „Unsere mRNA-Plattform ermöglicht ein schnelles Design von Impfstoffkandidaten, die wichtige Virusmutationen enthalten, was möglicherweise eine schnellere Entwicklung zukünftiger alternativer, variantenangepasster Impfstoffe ermöglicht, sollten diese benötigt werden. Wir werden unseren Impfstoff COVID-19 so oft wie nötig weiterentwickeln, um die Pandemie zu kontrollieren“, erklärt Unternehmenschef Stéphane Bancel. In Kürze sollen bereits Daten zu einer weiteren multivalenten Impfstoff-Variante vorliegen, die eine Kombination aus der Ursprungsvakzine sowie der Booster-Impfung darstellt.
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