CureVac-Impfstudie auch für Apothekenpersonal geöffnet
Die Universitätsmedizin Mainz und CureVac öffnen die Phase-3-Studie mit dem Covid-19-Impfstoff des Tübinger Unternehmens. Ab sofort können Angehörige aller Gesundheitsberufe – auch Apothekenpersonal – in der Region Mainz an der CureVac-Impfstudie zur mRNA-Vakzine CVnCOV teilnehmen.
Die Corona-Impfung erfolgt nach der in der Impfverordnung festgelegten Priorisierung. Nicht jede*r, der/die in einem Gesundheitsberuf tätig ist, wird als erstes geimpft. So stehen auch Apothekenangestellte nicht an oberster Stelle. Die Erweiterung der Phase-3-Studie zum Covid-19-Impsftoff von CureVac bietet somit den Angehörigen der Gesundheitsberufe, die zu den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zählen, die Chance, sich vorzeitig gegen Corona impfen zu lassen – dazu gehören unter anderem der Rettungsdienst, Arzt- und Zahnarztpraxen, Physiotherapeut*innen, Pflegeberufe sowie Apotheken.
„Wir erhalten täglich Anfragen für eine Studienteilnahme von Beschäftigten aus dem Bereich der Gesundheitsberufe, denen wir uns nicht verschließen wollen“, sagt Universitätsprofessor und Leiter der Impfstudie, Dr. Stephan Gehring. Außerdem könnte die Erweiterung der Studie dazu beitragen, die Studiendauer zu verkürzen. „Wir streben jetzt an, diesen ersten Studienabschnitt bereits bis Ende März 2021 abzuschließen. Das wäre drei Wochen früher als geplant“, so Gehring.
Die CureVac-Impfstudie zu CVnCOV startete im Dezember 2020. Zum damaligen Zeitpunkt waren bereits etwa ein Drittel der angestrebten 2.500 Proband*innen in die CureVac-Impfstudie aufgenommen. Die Teilnehmer*innen waren ausschließlich Bedienstete der Universitätsmedizin Mainz. Jetzt können Angehörige aller Gesundheitsberufe in Mainz und Umgebung an der Studie teilnehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Fahrtzeit mit dem Auto vom Wohnort zur Unimedizin Mainz nicht mehr als 30 Minuten beträgt.
CVnCOV ist ein neuartiger mRNA-Impfstoff, der die Anleitung für ein Eiweiß der Hülle von SARS-CoV-2 enthält. Dieses Eiweiß wird von den Körperzellen hergestellt, kann aber keine Infektion im Körper auslösen. Das köpereigene Immunsystem erkennt das Protein als fremd und beginnt, Antikörper herzustellen. Gelangt das echte Virus in den Körper, können die Antikörper eine Infektion abwehren.
Wer in einem Gesundheits- und systemrelevanten Beruf arbeitet, ist besonders gefährdet, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren und schwer an Covid-19 zu erkranken. Entsprechend hoch ist daher der Bedarf an einem möglichst frühzeitigen Impfschutz. Allerdings sind Corona-Impfstoffe noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden. „Die Aufnahme in eine Impfstudie bietet die Chance, unabhängig von der Regelimpfung einen wirksamen Impfschutz zu erwerben“, teilt die Universitätsmedizin Mainz mit. Im Studienzentrum werden pro Tag bis zu 50 Probanden geimpft.
CPMvac ist eine placebokontrollierte Phase-3-Studie, in der zwei Chargen des Impfstoffes gegen ein Placebo getestet werden. Die Proband*innen haben also eine Chance von zwei Dritteln, den CureVac-Impfstoff CVnCOV zu erhalten.
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