Corona-Langzeitfolgen: Rückkehr zum Geruchs- und Geschmackssinn?
Neben Fieber, Husten und Co. gehört der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns zu den häufigsten Symptomen einer Covid-19-Erkrankung und bleibt meist auch noch lange bestehen. Mit speziellen Trainings sollen die Corona-Langzeitfolgen nun behoben werden.
Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen, Fieber, Abgeschlagenheit: Ob Symptome wie diese wirklich auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hindeuten oder doch eher Anzeichen für eine Erkältung beziehungsweise Grippe sind, ist oft nicht klar. Der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn gilt dagegen häufig als deutliches Indiz für das neuartige Virus. Bei vielen Betroffenen entwickelt sich dies sogar zu einer Corona-Langzeitfolge. Doch es gibt Möglichkeiten, das Riechen und Schmecken wieder zu erlernen – mit Trainingsprogrammen.
Corona-Langzeitfolgen: Viruspartikel greifen Nervenzellen an
Ein gestörter oder fehlender Geruchs- und Geschmackssinn zählt zu den häufigsten Folgen bei Virus-Infektionen wie mit SARS-CoV-2. Das liegt daran, dass Viruspartikel oftmals zu den Riechzellen und anschließend ins Gehirn gelangen, wo sie unter anderem Nervenzellen schädigen können, die für die Sinneswahrnehmung verantwortlich sind. Sind die sogenannten Rezeptoren gestört, können sie die Wahrnehmung von Gerüchen nicht mehr korrekt entschlüsseln. So kann es passieren, dass Betroffene Gerüche entweder falsch oder gar nicht mehr wahrnehmen. Unter diesen Corona-Langzeitfolgen leidet die Lebensqualität enorm. Denn neben dem Aspekt des Genießens sind Riechen und Schmecken auch als Warnsignale wichtig, beispielsweise um Feuer oder Rauch zu erkennen.
Training mit bekannten Düften soll Geruchssinn wieder aufbauen
Mit einem Riechtraining will beispielsweise Professor Alessandro Bozzato von der Universitätsklinik des Saarlandes Patient*innen dazu verhelfen, die Corona-Langzeitfolgen in den Griff zu bekommen und das Riechen wieder zu erlernen. Das Training basiert darauf, den Geruchssinn mithilfe von bekannten Gerüchen langsam wieder aufzubauen. Dafür müssen die Betroffenen mehrfach täglich an unterschiedlichen Proben schnuppern, die Düfte enthalten, die ihnen bereits bekannt sind, beispielsweise Zimt oder Eukalyptus. Ziel ist es, im Gehirn Erinnerungen wachzurufen, sodass Gerüche wieder korrekt entschlüsselt werden können. Denn durch die Stimulation mit den Duftstoffen sollen geschädigte Nervenbahnen neu verknüpft und die Riechzellen repariert werden.
Achtung: Bis sich erste Erfolge des Trainings zeigen, kann es mitunter mehrere Monate dauern und auch nicht immer zeigt die Behandlungsmethode Wirkung. Trotzdem ist sie für Bozzato und andere Experten wie den Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte neben Nasenspülungen und Cortison-Nasensprays Mittel der Wahl bei Corona-Langzeitfolgen.
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