Bloß keine Verantwortung: Wachsende Angst vor dem Chefsein
Zugegeben, im Apothekenalltag kommt es durchaus vor, dass man sich über den/die Chef*in ärgert. Egal, ob diese*r mal wieder einen schlechten Tag hat, dir unliebsame Aufgaben aufhalst oder an dir herumkrittelt – manchmal bringt dich der/die Vorgesetzte einfach zur Verzweiflung. Doch selbst einmal Chef*in spielen möchten die wenigsten. Aber woran liegt die Angst vor dem Chefsein?
„Der/die ideale Chef*in sollte …“ Dieser Satz lässt sich auf verschiedene Arten vervollständigen. Gefragt sind unter anderem Einfühlungsvermögen, Kompetenz, Selbstvertrauen und noch viele weitere Aspekte. Dabei hat das Chefsein auch gewisse Tücken. So tragen Vorgesetzte nicht nur die Verantwortung für das Teamklima und die Mitarbeiterzufriedenheit, sondern auch für deren finanzielle Sicherheit und die gesamte Apotheke. Dies kommt einem Drahtseilakt nahe, zum Beispiel, wenn es um heikle Themen wie das Gehalt, Raucherpausen oder den Schichtplan geht.
Druck und Verantwortung führt zu Angst vor dem Chefsein
Kein Wunder also, dass laut einer aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG) unter Angestellten in Deutschland, Spanien, Frankreich und Großbritannien nur 14 Prozent der deutschen Angestellten in den nächsten Jahren selbst zur Führungskraft werden möchten. Liegt das an fehlendem Ehrgeiz oder spielen andere Gründe eine Rolle? Laut Felix Schuler, der mitverantwortlich für die Umfrage ist, von beidem etwas. Während einige Arbeitnehmer*innen mit ihrer aktuellen Position zufrieden sind und daher nicht aufsteigen möchten, hat sich auch eine gewisse Angst vor dem Chefsein entwickelt. Denn inzwischen haben Angestellte oftmals hohe Ansprüche an ihre Vorgesetzten, sodass ein enormer Druck entsteht. Diesem möchten sich die wenigsten Mitarbeiter*innen aussetzen.
Empathie statt „Entscheidungsgewalt“ gefordert
Für die BCG-Umfrage wurden jeweils 1.000 Angestellte aus den vier Ländern nach ihrer Meinung zu guter Führung befragt. Entscheidend sind dabei für die meisten Empathie, Rücksichtnahme, Selbstreflexion und die Entwicklung des Teams. Nicht zuletzt durch die vorherrschende Corona-Krise spielt auch der Faktor „Umgang mit Unsicherheiten“ für einen Großteil der Befragten eine Rolle. Ebenso wichtig ist in den Augen der Umfrageteilnehmer*innen die Fähigkeit, das Team in der aktuellen Situation zusammenzuhalten. Neben der Angst vor dem Chefsein ist in der Umfrage vor allem die große Zufriedenheit mit den Vorgesetzten auffällig. So zeigen sich etwa zwei Drittel der Arbeitnehmer*innen in Deutschland mit der Leistung ihres/ihrer Chef*in zufrieden.
Um ein*e gute*r Chef*in zu sein, muss man einerseits der Typ sein, andererseits lässt sich dies auch ein Stück weit erlernen, glauben zwei Drittel der Befragten. Nur ein geringer Anteil denkt, dass man zur Führungskraft geboren sein muss.
Und wer ist nun die perfekte Führungskraft für Arbeitnehmer*innen? In Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel klar die Nase vorn, im internationalen Vergleich ist Nelson Mandela Vorreiter.
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