Beratung auf dem Prüfstand: Apotheken punkten bei Blutdruckmessung
Am Blutdruckmessen führt in der Apotheke schon lange kein Weg vorbei. Seit mehr als einem Jahr gilt die sogenannte standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck zudem als pharmazeutische Dienstleistung (pDL) und kann mit 11,20 Euro abgerechnet werden. Wie sich die Apotheken bei der Blutdruckmessung schlagen, hat Großhändler Alliance Healthcare Deutschland (AHD) mithilfe von Testkund:innen überprüft.
Zur Erinnerung: Die Risikoerfassung hoher Blutdruck gehört zu den pDL, die auch von PTA durchgeführt werden können. Anspruch besteht einmal jährlich für Versicherte, die mit Antihypertensiva wie Blutdrucksenkern, Diuretika, Betablockern, Calciumkanalblockern, ACE-Hemmern oder Sartanen behandelt werden, und zwar ab zwei Wochen nach Therapiebeginn. Für die Messung – inklusive Beratung – werden rund 14 Minuten veranschlagt.
Doch der Service wird nur von knapp der Hälfte der Kolleg:innen angeboten, wie eine aposcope-Befragung gezeigt hat. Denn für viele ist der Aufwand der pDL generell zu hoch. Hinzukommen Personal- und Zeitmangel. Aber wer die Dienstleistung anbietet, kann Kund:innen damit überzeugen. Das ist das Ergebnis einer Testaktion von AHD, bei der die Blutdruckmessung in 1.100 Apotheken unter die Lupe genommen wurde.
Blutdruckmessung: Apotheken überzeugen mit Service
Der Großhändler hat im Rahmen seines neuen Trendchecks zwischen November 2022 und März diesen Jahres unangekündigt Testkund:innen in verschiedene Apotheken geschickt, um dort die pDL Risikoerfassung hoher Blutdruck in Anspruch zu nehmen. Mehr als neun von zehn Teilnehmer:innen zeigten sich dabei mit der entsprechenden Beratung zufrieden. Jeweils mehr als 80 Prozent bewerteten den Service als „gut“, würden die besuchte Apotheke weiterempfehlen und selbst erneut aufsuchen.
„Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass Apotheken in Deutschland als vertrauenswürdige Anlaufstelle für Beratung rund um die Gesundheit etabliert sind und geschätzt werden“, betont Aline Seifert, Vorsitzende der Geschäftsführung bei AHD. Dies sollten sich die Apotheken zunutze machen, um ihre Stärken weiter auszubauen, so der Appell. Dennoch zeige die Aktion auch Nachholbedarf, nämlich bei der Sichtbarkeit und Bewerbung der pDL in den Apotheken.
Mit dem Trendcheck will AHD künftig zu einem jährlich wechselnden Schwerpunktthema weitere Testaktionen durchführen. Ziel ist es, dadurch „mehr Aufmerksamkeit auf die wertvollen Dienste der Apothekenteams für die Patienteninnen und Patienten in Deutschland zu lenken sowie Chancen und Potenziale im Apothekenumfeld aufzuzeigen“, heißt es vom Großhändler.
Darüber, ob die im Rahmen des Tests durchgeführten Messungen auch abgerechnet wurden, informiert AHD nicht.
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