Bakterielle Vaginose: Partnerbehandlung entscheidend
Schätzungsweise jede dritte Frau ist von einer bakteriellen Vaginose betroffen – oftmals wiederkehrend. Um dies zu verhindern, kommt eine Partnerbehandlung ins Spiel. Denn diese kann die Heilungschancen und damit das Rezidivrisiko deutlich verringern, zeigen Forschende.
Bakterielle Vaginosen gehören zu den häufigsten genitalen Erkrankungen bei Frauen im sexuell aktiven Alter und sind durch eine gestörte Balance des vaginalen Mikrobioms gekennzeichnet, bei der sich bestimmte Bakterien stark vermehren und nützliche Laktobazillen verdrängt werden. Zu den Symptomen gehört unter anderem ein grau-weißer, homogener Ausfluss mit fischigem Geruch, die Vaginalschleimhaut ist nicht gerötet. Behandelt wird beispielsweise mit Dequaliniumchlorid. Der antimikrobielle Wirkstoff aus der Gruppe der Antiseptika besitzt bakterizide Eigenschaften, indem die Durchlässigkeit der Bakterienzellen erhöht und die Enzymaktivität der Zellen beeinträchtigt wird – die Folge: die Bakterienzelle stirbt ab.
Außerdem kommen mitunter Vaginaltabletten mit Vitamin C zum Einsatz, die die Vaginalflora stärken und zur Wiederherstellung des sauren Milieus beitragen sollen. Um einen Rückfall beziehungsweise ein Wiederauftreten einer bakteriellen Vaginose zu vermeiden, ist jedoch auch eine Partnerbehandlung entscheidend, zeigen aktuelle Ergebnisse eines australischen Forscherteams.
Bakterielle Vaginose: Partnerbehandlung senkt Rezidivrisiko
Untersucht wurden Frauen und Männer, die in einer monogamen Paarbeziehung miteinander lebten. Dabei litt die Partnerin unter einer bakteriellen Vaginose und es wurde überprüft, welche Unterschiede sich bei der Behandlung ergaben, wenn nicht nur die Betroffene, sondern auch deren Partner therapiert wurde. Genau erhielten die Patientinnen eine Standardbehandlung mit den in den entsprechenden Leitlinien empfohlenen antimikrobiellen Mitteln der ersten Wahl. Die Partner wurden über sieben Tage entweder oral und topisch antimikrobiell behandelt – mit 400 mg Metronidazol/Tag und einer 2-prozentigen Clindamycin-Creme zweimal täglich – oder blieben ohne Behandlung. Anschließend wurde überprüft, ob und wie oft es innerhalb von zwölf Wochen bei den Frauen zu einem Wiederauftreten der bakteriellen Vaginose kam. Denn angenommen wurde, dass die Sexualpartner häufig dieselben Bakterien am Penis haben wie die betroffenen Frauen.
Dabei zeigte sich: Die Partnerbehandlung erwies sich als wirksam. „Die Ergänzung der Behandlung von Frauen gegen bakterielle Vaginose durch eine kombinierte orale und topische antimikrobielle Therapie für männliche Partner führte zu einer niedrigeren Rückfallrate der bakteriellen Vaginose innerhalb von 12 Wochen als die Standardbehandlung“, so das Fazit. Demnach konnte das Auftreten von Rezidiven einer bakteriellen Vaginose unter einer Partnerbehandlung fast halbiert werden – ohne Behandlung des Partners lag das Risiko bei 63 Prozent, mit bei 35 Prozent. Die Behandlung erwies sich den Forschendne zufolge zudem als sicher und verträglich, zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Übelkeit, Kopfschmerzen und ein metallischer Geschmack.
Übrigens: Auch bei einer Scheidenpilzinfektion wird eine Partnerbehandlung mit Clotrimazol empfohlen.
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