Ausbildungsgehälter bei freien Berufen unter Durchschnitt
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Ausbildungsgehälter verglichen. Die gute Nachricht: Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind 2024 durchschnittlich um 6,3 Prozent gestiegen. Die schlechte: Bei den freien Berufen – zu denen auch PKA gehören – liegen die Ausbildungsvergütungen unter Durchschnitt. Nur Tiermedizinische Fachangestellte verdienen weniger. Was das BIBB nicht berücksichtigt hat: PTA erhalten gar keine Ausbildungsvergütung.
Die Erhöhung der tariflichen Ausbildungsvergütungen um mehr als 6 Prozent ist die höchste seit 1992 und führte im Durchschnitt zu einem Plus von 70 Euro pro Monat im Vergleich zu 2023. Damit lag das bundesweite, monatliche durchschnittliche Ausbildungsgehalt bei 1.133 Euro.
Ein Ost-West-Gefälle gibt es bei der tariflichen Ausbildungsvergütung nicht. In den alten Bundesländern liegt die durchschnittliche Ausbildungsvergütung im Schnitt bei 1.133 Euro brutto pro Monat, in den neuen Bundesländern bei 1.135 Euro.
In der Gesamtschau liegen die freien Berufe unter dem Durchschnitt und sogar auf dem letzten Platz mit einem Azubigehalt von durchschnittlich 1.026 Euro pro Monat. Am höchsten ist die Azubivergütung im öffentlichen Dienst mit durchschnittlich 1.234 Euro, gefolgt von Hauswirtschaft mit 1.195 Euro und Industrie und Handel mit 1.181 Euro.
Blickt man in die einzelnen Ausbildungsberufe, gehören medizinische Fachangestellte (1.055 Euro) und zahnmedizinische Fachangestellte (1.049 Euro) zu den besserverdienenden Azubis. PKA und tiermedizinische Fachangestellte erhalten monatlich mit 907 Euro beziehungsweise 877 Euro weniger.
Für PKA-Azubis gelten in den einzelnen Tarifgebieten unterschiedliche Vergütungen. Im Tarifgebiet des Arbeitgeberverbandes Deutscher Apotheken (ADA) sowie in Nordrhein liegt das monatliche Auszubildendengehalt im ersten Ausbildungsjahr bei 850 Euro, im zweiten bei 900 Euro und im dritten bei 950 Euro. In Sachsen liegt das PKA-Ausbildungsgehalt monatlich im ersten Ausbildungsjahr bei 817 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr bei 876 Euro und im dritten Ausbildungsjahr bei 933 Euro.
PTA gehen hingegen ganz leer aus. Der schulische Teil der Ausbildung, der zwei Jahre in Anspruch nimmt, wird nicht vergütet. Im Gegenteil: PTA müssen unter Umständen für die Ausbildung zahlen.
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