Dos and Don´ts: „Warum geht das nicht zusammen?“
Wechselwirkungen können bekanntlich nicht nur zwischen verschiedenen Arzneimitteln, sondern auch zwischen Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln oder Lebensmitteln auftreten. Beispiele sind unter anderem Vitamin C, Kaffee, Tee sowie Grapefruit, die in Kombination mit bestimmten Wirkstoffen zu unerwünschten Folgen führen können. Bei der Arzneimittelabgabe ist also deine Expertise gefragt, denn PTA sollten Patient:innen darauf hinweisen. Doch nicht jede/r Kund:in zeigt sich einsichtig. Und so kommt schnell die Frage auf „Warum geht das nicht zusammen?“ Hier kommen die Dos and Dont´s.
Dos
Auf das Wesentliche beschränken
Auch wenn du Kund:innen gerne den gesamten Wirkmechanismus erklären würdest, solltest du dich bei der Antwort auf die Frage „Warum geht das nicht zusammen?“ auf das Wesentliche konzentrieren. Und das sind vor allem die Folgen einer kombinierten Einnahme. Warne also vor einer Wirkverstärkung oder -abschwächung.
Alternativen bieten
Einige Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln oder Arznei- und Lebensmitteln können umgangen werden, beispielsweise durch einen zeitlichen Abstand zwischen der Einnahme oder dem Wechsel auf ein anderes Präparat. Dies solltest du dem/der Gegenüber deutlich machen.
Nachfragen
Bist du dabei, eine bestimmte Wechselwirkung zu erklären, solltest du auch gleich weitere mögliche Risiken abklopfen. Kommen dir also weitere Präparate oder Lebensmittel in den Sinn, die zu einer unerwünschten Interaktion mit dem jeweiligen Produkt führen können, solltest du nachfragen und auch diese thematisieren.
Don´ts
Verunsichern
Weist du Kund:innen bei der Beratung auf eine mögliche Wechselwirkung zwischen bestimmten Präparaten hin, solltest du sie dabei nicht verunsichern. Das bedeutet, dass du nicht mit „Fachchinesisch“ um dich werfen solltest, sondern stattdessen kurz und prägnant erklären solltest, was zu beachten ist.
Verharmlosen
Während du einerseits keine unnötige Panik bei dem/der Gegenüber schüren solltest und ihn/sie dadurch womöglich von der Einnahme eines notwendigen Arzneimittels abbringen könntest, ist es andererseits auch tabu, eventuell auftretende Interaktionen zu verharmlosen, denn du weißt nie, wie stark diese je nach Patient:in ausfallen können.
Auf eigene Faust handeln
Nicht jede Wechselwirkung lässt sich umgehen. Umso wichtiger ist es, in diesem Fall nicht auf eigene Faust eine Empfehlung auszusprechen, sondern Rücksprache mit Kolleg:innen oder der Arztpraxis zu halten, um eine weitere Meinung einzuholen – insbesondere wenn du dir nicht ganz sicher bist.
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