Indikationscheck FSME
Die Zeckensaison hat begonnen und es wurden bereits Fälle einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) dokumentiert. Dabei kann eine Impfung schützen – doch die Impflücke ist groß – die Mehrheit (99 Prozent) der 2021 gemeldeten FSME-Erkrankten war gar nicht oder nur unzureichend geimpft. 2022 zeigte sich ein ähnliches Bild – von den 554 gemeldeten FSME-Fällen waren 98 Prozent nicht oder nicht ausreichend geimpft.
In Deutschland gibt es inzwischen mehr als 175 FSME-Risikogebiete. Personen, die sich in den Regionen aufhalten oder wohnen, wird von der Ständigen Impfkommission (Stiko) eine FSME-Impfung empfohlen – die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen. Auffrischimpfungen sind in Abständen zwischen drei und fünf Jahren nötig, wenn sich Personen weiterhin in Risikogebieten aufhalten oder dort leben.
FSME-Impfschema
FSME-Immun | Standardimpfung | Schnellimpfung |
1. Impfdosis = Tag Null | ||
2. Impfdosis | 1-3 Monate später | 14 Tage später |
3. Impfdosis | 5-12 Monate später | 5-12 Monate später |
1. Auffrischimpfung | 3 Jahre später | 3 Jahre später |
Auffrischimpfungen alle: | 5 Jahre (< 60 Jahre) 3 Jahre (≥ 60 Jahre) |
Encepur | Standardimpfung | Schnellimpfung |
1. Impfdosis = Tag Null | ||
2. Impfdosis | 14 Tage – 3 Monate später | 7 Tage später |
3. Impfdosis | 9-12 Monate später | 21 Tage nach der ersten Dosis |
1. Auffrischimpfung | 3 Jahre später | 12-18 Monate später |
Auffrischimpfungen alle: | 5 Jahre (< 50 Jahre) 3 Jahre (≥ 50 Jahre) |
Der FSME-Impfstoff ist ein inaktiviertes FSME-Virus – Stillen ist keine Kontraindikation und auch in der Schwangerschaft ist eine indizierte Impfung grundsätzlich möglich, solange keine anderen Gründe dagegensprechen.
Übertragung und Verlauf
FSME wird von Zecken übertragen und ist eine Erkrankung der Hirnhäute sowie des zentralen Nervensystems und kann nicht mit Arzneimitteln geheilt werden. Die Folgen einer Infektion können bleibende neurologische Schäden sein – in einigen Fällen endet der Verlauf tödlich. Auch wenn die Zecke nach dem Stich schnell entfernt wird, ist eine Infektion mit den Viren, die sich im Speichel der Zecken befinden, möglich. Der Grund: FSME-Viren werden direkt mit dem Stich übertragen. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Die Inkubationszeit liegt bei sieben bis 14 Tagen. Erste unspezifische Symptome treten demnach etwa ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich auf. Die Betroffenen leiden für einige Tage an grippeähnlichen Symptomen. In den meisten Fällen ist danach die Krankheit überstanden. Wenn nicht, zeigen sich im nächsten Stadium Zeichen einer Gehirnhautentzündung. Dazu gehören hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Erbrechen. Die Symptome können oft Monate nach der Erkrankung bestehen. Häufig kommt es auch nach schweren Verläufen zur völligen Heilung. Schwere Krankheitsverläufe werden bei Erwachsenen häufiger beobachtet als bei Kindern. Bei rund 70 bis 95 Prozent der Betroffenen ist der Verlauf asymptomatisch oder die zweite Krankheitsphase bleibt aus. Die Therapie erfolgt symptomatisch.
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