Grippeimpfung für Schwangere: Kein erhöhtes Gesundheitsrisiko für Kinder
Werdende Mütter gehören zu den Personengruppen, für die eine regelmäßige Impfung gegen saisonale Influenza empfohlen wird. Doch viele Schwangere sind in puncto Grippeimpfung skeptisch – aus Sorge vor möglichen Folgen für den Nachwuchs. Eine neue Studie gibt nun Entwarnung.
Schwangere Frauen gelten insbesondere in Sachen Erkrankungen als besondere Risikogruppe. Denn durch die Schwangerschaft ist unter anderem ihr Immunsystem geschwächt, was die Gefahr für Infektionen mit schweren Krankheitsverläufen erhöht. Das gilt auch für die saisonale Grippe. Um sie davor zu schützen, raten Expert:innen neben älteren Menschen auch Schwangeren zur Grippeimpfung. „Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenzaimpfung […] für alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon […]“, heißt es vom Robert Koch-Institut.
Das Problem: Obwohl die Sicherheit der zugelassenen Impfstoffe laut STIKO mehrfach bestätigt wurde, sorgen sich viele werdende Mütter vor möglichen gesundheitlichen Schäden für ihr ungeborenes Kind – und verzichten daher auf eine Impfung. In einer neuen Studie haben Wissenschaftler:innen aus Kanada abermals geprüft, wie groß das Gesundheitsrisiko für Kinder nach einer Grippeimpfung bei Schwangeren ist. Die Ergebnisse lassen aufatmen.
Aber von vorn: Für ihre Kohorten-Studie haben Forscher:innen am Childrens Hospital of Eastern Ontario die Daten von mehr als 28.000 Kindern über einen Zeitraum von rund drei Jahren nach der Geburt untersucht. Dabei fanden sie keine Hinweise auf ein „erhöhtes Risiko für frühkindliche Gesundheitsprobleme nach einer Impfung gegen die saisonale Grippe während der Schwangerschaft“, heißt es in einer Pressemitteilung. Demnach zeigte sich bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft eine Influenzaimpfung erhielten, weder ein höherer Anteil von immunbedingten noch von nicht-immunbedingten Erkrankungen. Außerdem gab es keine häufigeren Krankenhausbesuche oder ähnliches.
„Diese Studie ergänzt das, was wir aus anderen neueren Studien wissen, die keine schädlichen Auswirkungen der Grippeimpfung während der Schwangerschaft auf die längerfristige Gesundheit der Kinder zeigen. Das ist wichtig, weil wir wissen, dass die Grippeimpfung während der Schwangerschaft nicht nur die Schwangere schützt, sondern auch Neugeborene vor der Grippe in den ersten Lebensmonaten bewahrt, wenn sie am anfälligsten für Atemwegsinfektionen sind, aber noch zu jung, um selbst die Grippeimpfung zu bekommen“, erklärt Studienleiter Dr. Deshayne Fell.
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