ePA: Apotheken haben Nachholbedarf
Ab dem 15. Januar startet die elektronische Patientenakte (ePA) in den Modellregionen Hamburg, Franken und Nordrhein-Westfalen, einen Monat später soll schrittweise der flächendeckende Rollout folgen. Auch Apotheken sind verpflichtet, bei der ePA zu unterstützen. Doch in Sachen Vorbereitung besteht Nachholbedarf, zeigen aktuelle Daten.
Ob Patient:innen die ePA nutzen wollen, entscheiden sie selbst. Gleiches gilt für das Wie. Welchen Zugriff Apotheker:innen auf die ePA haben, hat der Gesetzgeber festgelegt. Während einige Daten nur eingesehen werden können, sollen Apotheken die Medikationsliste und die elektronische Impfdokumentation während der von Versicherten festgelegten Zugriffsdauer auch neu anlegen und aktualisieren können.
Doch rund um den Umgang mit der ePA gibt es nicht nur unter den Ärzt:innen kurz vor dem Start zahlreiche Unsicherheiten, sondern auch in Apotheken, wie eine Umfrage der Stiftung Gesundheitsschutz zeigt.
Nur jede/r Zweite hat Grundkenntnisse
Demnach geben auf die Frage „Wie fit fühlen sich Apotheker im Umgang mit der ePA?“ nur rund 6 Prozent der Apotheker an, gut vertraut und sicher im Umgang mit der ePA zu sein. Demgegenüber hat knapp jede/r Zweite (47 Prozent) bisher kaum oder keine Vorkenntnisse und benötigt daher umfassende Informationen und Schulungen. Ebenfalls 47 Prozent besitzen zwar Grundkenntnisse, fühlen sich rund um die Einführung und den Umgang mit der ePA jedoch unsicher.
Kaum Zeitersparnis durch ePA?
Dabei kann die elektronische Akte Vorteile bringen, ist sich die Mehrheit sicher. Allem voran werden dadurch unnötige Behandlungen und Doppeluntersuchungen vermieden, glauben 57 Prozent der Apotheker:innen. Außerdem stehen Patienteninformationen, beispielsweise in Form von elektronischen Medikationsplänen, durch die ePA deutlich schneller zur Verfügung (54 Prozent). Hinzukommt eine erhöhte Transparenz für Patient:innen und Ärzt:innen (53 Prozent). Jede/r Zweite ist zudem der Meinung, dass die ePA die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen – beispielsweise den Arztpraxen – verbessern wird.
Dagegen glaubt nur jeweils rund jede/r Dritte daran, dass es zu einer Zeitersparnis und weniger Papierdokumentation sowie einer besseren individuellen Patientenversorgung durch die ePA kommen wird.
Für die Befragung wurden zwischen 13. und 20. November schriftliche Fragebögen an knapp 16.000 Ärzt:innen und Apotheker:innen versendet, von denen sich 835 mit einem valide ausgefüllten Boden zurückmeldeten.
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